Episode 8 – elbmargarita

Nicole schreibt auf elbmagarita.de über Dresden und ihre Kulturlandschaft
Nicole schreibt auf elbmargarita.de über Dresdens Kulturlandschaft

In der August-Episode sprach ich mit Nicole von elbmargarita.de über Dresdens sichtbare und unsichtbare Kulturlandschaft sowie Kulturkritiker.

In der nächsten Ausgabe spreche ich mit Alexander Bresk vom KI-Blog bzw. Machine Rockstars. Hier könnt ihr eure Fragen zu Künstlicher Intelligenz seinen Blogs dazu loswerden.

avatar Chris Kloss
avatar Nicole Czerwinka

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ewigewelten.de

palandurwen.de

zweitleben.de 

text-weise.de

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Sehnsuchtsort (Der Blog dessen Name mir nicht einfallen wollte)

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Mehrlicht

 

6 Antworten auf „Episode 8 – elbmargarita“

  1. Danke für ein schönes Gespräch!

    Ein nachdenklicher Kommentar, den Nicole bereits von mir kennt (und auch der erwähnte Peter Stawowy), der leider nicht thematisiert wurde: Wie kann man als Selbständiger eigentlich über seine eigenen Auftraggeber und ihre Themen journalistisch glaubhaft schreiben? Die Frage stellt sich bei mir z.B., wenn Nicole einen persönlichen Rückblick über die Musikfestspiele schreibt (“Erfüllt vom Licht der Musik”, 22. Juni 2017, http://www.elbmargarita.de/2017/06/musikfestspiele_2017_bilanz/), während sie ja – wie sie erwähnt – bei diesem Festival auch als Pressereferentin arbeitet. Sicherlich sollte eine Grundvoraussetzung sein, dass man über mögliche Interessenskonflikte Transparenz herstellt, bsp. über einen Disclaimer, den Nicole auf ihrem Blog ja auch eine Zeit lang an ihre Texte angefügt hat.

    Aber wie weit müsste man so etwas treiben? Sollte der Leser z.B. auch über ihre Pressereferenten-Tätigkeit wissen, wenn sie über ein weiteres Festival ihres “Chefs” Jan Vogler, das Moritzburg-Festival, hymnische Texte verfasst? Oder findet man da kein Ende mehr, weil die lokale Kulturszene nun mal sehr klein ist und sich eh alle kennen?

    Eigentlich ist es dieselbe Frage, die anzeigenfinanzierte Medien sich immer wieder stellen müssten. Als Musikjournalist beiße ich eben nicht in die Hand, die der Anzeigenkunde der Redaktion freundlich entgegenstreckt. Und ich kenne das Problem ja auch als Redakteur: wenn ein potentieller Anzeigenkunde eine Anzeige kauft, sie aber ganz selbstbewusst und im selben Atemzug an (natürlich positive) Berichterstattung gekoppelt haben möchte! Wenn ich solchen Partnern antworte, dass der deutsche Pressekodex eine strenge Trennung von redaktionellen und werblichen Inhalten fordert (https://de.wikipedia.org/wiki/Pressekodex), bekomme ich regelmäßig zu hören: “ja, aber das ist doch durchaus üblich, bei den Redaktionen xyz klappt das doch auch”.

    Meine Meinung: wenn wir mögliche Interessenkonflikte (die immer auftreten werden!) nicht transparent machen und der Leser das irgendwann vielleicht selber zufällig herausfindet, schaden wir der Glaubhaftigkeit unseres gesamten Berufsstandes nachhaltig. Ein Unrechtsbewusstsein oder überhaupt erst mal Verständnis für dieses Problem ist unter Bloggern und Influencern meiner Erfahrung nach bisher eher rar. DAS müssten DJV, ver.di oder auch mal der Presseclub Dresden öfter thematisieren.

    Widersprechen möchte ich Nicole, wenn sie die Platitüde wiederholt, mit Qualitätsjournalismus könne man online kein Geld verdienen. Mit dieser These machen es sich (gerade Print-)Journalisten zu leicht.

    PS Natürlich sind hochwertige Newsblogs bei Google News gelistet!

    1. Herr Martin, oder nennen wir doch Ihren Namen, Herr Morgenstern,

      wer sich so weit wie Sie heraus wagt und Kollegen öffentlich mit Vorwürfen belastet, sollte doch auch den Mut haben, seinen Namen preiszugeben. Sie fordern doch Transparenz, halten sich aber selbst nicht dran. Und wer, so wie Sie, versucht, die Konkurrenz ins schlechte Licht zu rücken, bekommt es jetzt mit dem Ehemann der Chefredakteurin zu tun.

      Herr Morgenstern, mit diesem öffentlichen Post haben Sie eine Grenze überschritten. Dass Ihnen Elbmargarita ein Dorn im Auge ist, zeigen Sie seit Jahren. Warum schreiben Sie nicht, dass Sie schon zweimal erfolglos versucht haben, meine Frau als Rezensentin für Ihren Blog zu werben? Mit dem Ziel, Elbmargarita platt zu machen, um Ihre eigene Seite aufzuwerten. Von den E-Mails ganz zu schweigen. Sie fordern allen Ernstes den DJV auf, eine Diskussion über Interessenskonflikte zu führen? Sie sind ja nicht mal Mitglied im Journalistenverband, Stand heute. Damit belasse ich es, vorerst.

      Jens Czerwinka
      Radiojournalist und Ehemann

  2. Hallo zusammen,

    Achtung, Werbung: Die angesprochenen Fragen kann man ganz sachlich hier in den Sessions 1, 8 und 13 mit anderen Onlinern diskutieren: http://bsen.flurfunk-dresden.de.

    @Martin: Auf die Fragen gibt es keine allgemeingültigen, globalen Antworten. Maximale Transparenz bei der eigenen Arbeit ist da sicherlich ein guter Ansatz. Ich arbeite so – meine Leser bekommen gewöhnlich mit, wo und wie ich involviert bin.

    Vor dem Hintergrund, dass viele Blogger sehr unprofessionell (im Sinne von journalistischen Standards) unterwegs sind, halte ich es auch für normal, dass wenn man ein Blog mitliest, man nach kurzer Zeit den Autoren einordnen kann.

    Für mich gilt: Ich lasse mich nicht kaufen – inhaltliche Einflussnahme durch Anzeigenkunden oder Auftraggeber lehne ich grundsätzlich ab. Das wissen auch unsere Kunden im Agentur- und Beratungsgeschäft. Es ist in meinem Bereich auch bekannt, dass ich im Zweifel auch sehr große Kunden über die Klinge springen lasse – meine Unabhängigkeit ist mein höchstes Gut, sonst könnte ich die journalistische Tätigkeit auch gleich einstellen.

    Könnte es sein, dass Du, nur weil Du das in Deinem Bereich nicht hinbekommst, denkst, das müsste bei allen anderen auch so laufen wie bei Dir?

    Unabhängig davon, mal ganz allgemein: Die Frage nach dem vermeintlich unabhängigen Journalisten, der keinerlei Nähe (ob jetzt finanziell oder auch persönlich!) zu seinem Berichterstattungs-“Opfer” hat – die halte ich irgendwie für, sorry, weltfremd. Gibt es nicht – eine irgendwie geartete Symbiose wird es immer geben. Muss es auch – wie sollen Journalisten sonst an exklusive Infos kommen? Da hilft nur, die Leser kritisch zu schulen und eine möglichst große Vielfalt in den Medien (also zum Beispiel auch mehrere Medien) sicherzustellen, die sich im Zweifel auch gegenseitig kritisieren (oder guter Medienjournalismus!).

    @Jens: Warum so dünnhäutig? Wie wäre es mit einem Eingehen auf die Kritik und einem sachlichen Beitrag zur Diskussion? Wer im Netz unterwegs ist, sollte mit – im Zweifel auch sehr harter – Kritik umgehen können.

    1. Danke, @Peter für den Kommentar! Ich hatte, ehrlich gesagt, nicht gedacht, dass mein bescheidener Blog hier zu langen Diskussionen führt … möchte dazu aber nun doch mal andocken: Natürlich sind Diskussionen im Netz wichtig und gut. Von Dresdner Kollegen erwarte ich aber eigentlich, dass sie ihre Bedenken nicht nur online und per Mail, sondern zuerst mir persönlich gegenüber äußern. Das ist nie passiert. Gelegenheit gab und gibt es, lieber @Martin bei den Festspielen und anderen Veranstaltungen dieses Jahr doch mehr als genug, oder?

      In allen weiteren Punkten stimme ich @Peter zu. Den Journalismus werden wir aber sicher hier in der Kommentarspalte nicht retten. Umso mehr freue ich mich auf #bsen2 am 1. September! Dort dürft ihr mich gern auch zu diesem Thema noch ausgequetschten. 😉

  3. Ein schönes Thema für einen Kulturbeitrag kann sein “Nachwuchsförderung in Dresden – wie kommen junge (oder alte) Künstler vom Wohnzimmer ins Publikum?” Und ich hätte mich gefreut, wenn Kleinkunstbühnen erwähnt werden – aber das ist eine persönliche Präferenz.

    Nachdenklich stimmt mich das Thema “Journalismus – Blogs”. Nicole hat recht: Blogs leisten gute Arbeit. Aber: Braucht man einen journalistische Ausbildung? Müssen Blogger wie Journalisten sein? Ich denke, es gibt keine eindeutige Antwort darauf. Aber ich beobachte, dass Blogs sich innerhalb der Nische entwickeln und für Verlage etc. interessant werden. Man sich aber andererseits scheut, sich nach oben zu orientieren. Besonders im Bereich “Rezensionen” frage ich mich, ob Blogs nicht das leisten, was “das Feuilleton” nichtmehr leisten möchte: Ehrliche, ausführliche Kritik, bei der es nicht darum geht, “Selbstdarstellung”, “kyptische Phrasen” und “Überlegenheit ggü. dem Leser” zu zeigen, sondern ein Kunstwerk so zu besprechen, dass es für viele Leser greif- und erfahrbar wird. Ich denke, Blogs können sich in diesem Bereich ernster nehmen.

    Und ja, die Arbeit mit “Blogger” funktioniert gut. Nur das Kommentieren bei WP-Blogs ist kompliziert.

  4. Sehr geehrter Herr @Jens Czerwinka,

    wenn Sie in meinem Post auf meinen Namen “Martin” klicken, landen Sie direkt auf meinem Blog – das halte ich für transparent und finde Ihren Ton und Ihre Anschuldigungen daher etwas eigentümlich. Ich mache auch gern öffentlich, dass ich Nicole, nachdem mich ein gemeinsamer Kollege auf sie aufmerksam machte, zweimal in einer Dreierrunde getroffen und sie gefragt habe, ob sie Autorin bei http://www.musik-in-dresden.de werden möchte – das hat sich nicht ergeben. Mit “Elbmargarita” hat das nichts zu tun. Jedenfalls eine lustige Vorstellung!

    Ich habe diese Diskussion übrigens bei ver.di geführt, in der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju); Ihr Vorwurf, ich sei ja nicht mal im DJV, ist schon auch etwas merkwürdig. Aber das sind offenbar alte Kamellen zwischen diesen Verbänden, die mir egal sind, weit vor meiner Zeit begonnen haben und sicherlich erst lange nach meinem Austritt bei ver.di enden werden…

    Liebe @Nicole,

    da zitiere ich doch einfach mal aus einer E-Mail vom 21. Mai 2015 an dich. Damals schrieb ich: “Liebe Nicole, wenn man in den letzten Tagen so durch elbmargarita.de spaziert, könnte man direkt den Eindruck gewinnen, du habest dich in die Musikfestspiele verliebt 😉 Aber im Ernst, auf Elbmargarita ist deine Funktion als Mitarbeiterin der DMF nicht zu finden, stattdessen viele Besprechungen der “magischen Momente” und “musikalischen Offenbarungen” der Festspiele – das halte ich aus journalistenethischer Sicht für sehr unglücklich. Wenn du dich von deinem Blog-“Baby” nicht trennen kannst, verstehe ich das total – aber eine Besprechung von DMF-Konzerten durch dich verbietet sich aus meiner Sicht eigentlich von selbst. Oder?” Bevor du jetzt schreibst, dass du die E-Mail nicht bekommen hast: doch, hast du. Deine (öffentlich hoffe ich problemlos zitierbare) Antwort war: “Lieber Martin, Du machst Dich gerade lächerlich.” Ach so, vergessen? Hm, naja, passiert. No hard feelings. Ich werde auch zukünftig gern zu den DMF pilgern.

    Lieber @Peter,

    einen kritisch geschulten Leser würde ich mir in der Tat wünschen und natürlich auch die Offenheit, sich untereinander kritisch und offen zu unterhalten! In der Tat, ich glaube, ich bin auf diesem Gebiet besonders kritisch, weil – ja, weil sich wie gesagt diese Frage in meinem eigenen Alltag jeden Tag neu stellt, neu beantwortet werden muss, weil ich zweitens meinen Studenten (“Schreiben über Musik”, “Online-Journalismus” an der TUD) gegenüber diese Fragen glaubhaft vertreten und die Problemstellung ausführlich darstellen möchte, und weil sich der Online-Journalismus, der sich gegen diverse Vorwürfe (‘sind ja alles nur Hobby-Schnuckis’) von vornherein wappnen sollte, indem er sich nicht noch extra angreifbar macht. Ich finde, er sollte dieselben medienethischen Standards genügen wollen wie der Printjournalismus. Auch wenn die vielleicht erst mal etwas weltfremd erscheinen. Dann gilt es nachzudenken, wie man diese Regeln flexibler machen und an die neuen Medienlandschaften anpassen könnte – ohne die einmal erreichten Standards zu unterlaufen.

    Liebe Grüße an alle! Hier noch mal mit meinem vollen Namen und Titel gezeichnet:
    Dr. phil. Martin Morgenstern MMus (University of London, UK). Sternzeichen Zwilling. Postadresse findet ihr auf meiner Homepage.

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